Viele Jahre lang hatte ich meinen Unterrichtsraum in der Mariahilfer Straße. Er war zentral, schön eingerichtet und hat mir gute Dienste geleistet. Doch mit der Zeit stellten sich Herausforderungen ein, die dem Unterrichtsalltag immer stärkere Grenzen setzten:
Zum einen gab es strikte Kernzeiten – um 18 Uhr war Schluss. Für berufstätige Erwachsene oder Schülerinnen und Schüler mit langem Nachmittagsunterricht war das oft extrem knapp. Zum anderen teilte ich mir die Räumlichkeiten mit Therapeuten und Yoga-Klassen. So sehr ich ein harmonisches Miteinander schätze: Wenn nebenan eine ruhige Therapiesitzung stattfindet, möchte man als Gitarrenlehrer ungern mit dynamischem Akkordspiel oder lauteren Passagen stören.

Ein Wechsel musste her – und mit der Mühlgasse 30 habe ich das perfekte neue Zuhause für meinen Gitarrenunterricht gefunden!
Warum die Mühlgasse 30 ein echter Glücksgriff ist
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase bin ich überglücklich mit der neuen Situation. Der neue Raum bietet gleich eine ganze Reihe großer Vorteile:
Beste Erreichbarkeit: Direkt um die Ecke liegt die U4 Kettenbrückengasse. Auch vom Karlsplatz (U1, U2, U4) sowie über mehrere Buslinien ist das Studio in wenigen Minuten bequem erreichbar.
Mehr Platz & Möglichkeiten: Der Raum ist nicht nur größer, sondern bietet mit einem Klavier und viel Licht eine wunderbare Atmosphäre. In Zukunft werden hier auch Workshops für kleine Gruppen und Schülerkonzerte stattfinden können!
Inspirierende Atmosphäre: Statt auf leise Praxisräume Rücksicht nehmen zu müssen, bin ich hier von einer extrem befruchtenden musikalischen Energie umgeben. Im Haus proben und unterrichten Opernsängerinnen, klassische Pianistinnen und andere Gitarristen. Hier wird Musik geatmet!
Ein Ort voller Musikgeschichte: Das Palais Ehrbar
Die Adresse Mühlgasse 28–30 im 4. Bezirk ist kein beliebiger Standort, sondern ein Ort mit gewaltiger musikalischer Tradition: Hier befindet sich das historische Palais Ehrbar samt seinem berühmten Konzertsaal.
Ende der 1870er-Jahre ließ der Wiener Klavierbauer Friedrich Ehrbar den Gebäudekomplex errichten. Der Saal wurde im Stil der Neorenaissance erbaut und hat sich durch seine klassische Form schnell einen Namen für seine phänomenale Akustik gemacht. Wer hier im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein und aus ging, liest sich wie ein Who’s Who der Musikgeschichte: Johannes Brahms, Anton Bruckner und Gustav Mahler standen in diesem Haus auf der Bühne – Mahler wählte den Ehrbar Saal 1901 sogar für die Uraufführung seines Werks Das klagende Lied.










Nach wechselvollen Jahrzehnten im 20. Jahrhundert weht seit wenigen Jahren wieder frischer Wind durch die Räume: Der Klavierhersteller C. Bechstein hat das Palais übernommen, aufwendig saniert und den Säalen neues Leben eingehaucht. Wer tiefer in die faszinierenden Details eintauchen möchte, findet auf der offiziellen Seite eine ausführliche Chronik zur Geschichte des Ehrbar Saals.
Es ist ein besonderes Gefühl, jeden Tag in einem Haus zu unterrichten, in dem schon vor über 120 Jahren Musikgeschichte geschrieben wurde!
Exkurs: Wie finden Musikerinnen & Musiker eigentlich Unterrichtsräume in Wien?
Der Wechsel hat mir wieder einmal vor Augen geführt, wie schwierig die Raumsuche für Musiker in einer wachsenden Metropole wie Wien heutzutage ist.
Wenn man als Musiklehrer arbeiten möchte, steht man meist vor folgenden Hürden:
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Zuhause unterrichten? Oft zu laut für die Nachbarn, mietrechtlich problematisch, Konflikte mit dem eigenen Familienleben und wenig professionell.
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Praxisräume mieten? Tolle Plattformen für Ärztinnen und Therapeuten – für Instrumente wie Gitarre aber schlicht zu laut.
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Werkstätten & Gewerberäume? Platz ist da, aber oft schlecht beheizt, ohne ordentliche Sanitäranlagen und im Winter eiskalt.
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Klassische Büros? Wegen der Lärmbelästigung durch Instrumente meist gar nicht erst erlaubt – und finanziell oft unerschwinglich.
In einer Stadt wie Wien, in der Immobilienpreise stetig steigen, gibt es schlichtweg zu wenige professionelle Orte wie das Musikquartier, an denen man ungestört proben, unterrichten und sich ganz der Musik hingeben kann.
Umso glücklicher bin ich, mit der Mühlgasse 30 genau so einen Ort gefunden zu haben.
Kommt vorbei!
Egal ob bestehende Schüler oder neue Gesichter: Ich freue mich riesig darauf, euch in den neuen Räumlichkeiten zu begrüßen und gemeinsam an der Gitarre durchzustarten.
Kommt gut an und bis bald in der Mühlgasse!
Rockige Grüße
Sascha